Leitbild

Fahrzeug-Museum Bäretswil

Das Fahrzeug-Museum Bäretswil befindet sich im Zürcher Oberland, wunderschön gelegen im Tisenwaldsberg oberhalb von Bäretswil ZH. Das Museum entstand durch die grosse private Sammlerinitiative der Familie Junod und wurde im August 2004 erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Familie Junod führt seitdem das Museum mit hohem persönlichem und herzlichem Engagement.

A. Unsere Ziele

  • Wir wollen den Besucher/innen die Vergangenheit der motorisierten Fortbewegungsindustrie (Luft, Strasse, Militär, Landwirtschaft) nahe bringen und haben uns dabei auf die Sammlung von Objekten konzentriert welche:
    die Entwicklung von Fahrzeugen über die letzten 125 Jahre wiederspiegeltdie Motorenindustrie im ständigen Wandel der Zeit darstelltder Lauf der Zeit in der Mechanisierung der Landwirtschaft näher bringtden Entwicklungsverlauf der Verteidigungsstrategie des Militärs von der Kavallerie bis zum Kampfjet aufzeigt
  • Wir verstehen das Museum als kulturelles und gesellschaftliches Forum für die Region und die Schweiz.
  • Wir möchten die Forschung der Vergangenheit als Geschichte im Heute erlebbar und begreifbar darstellen.
  • Wir wollen mit einer aktiven Kommunikation anhand der gesammelten Objekte unserem Publikum Wissen der Vergangenheit weitergeben.
  • Wir möchten Interesse wecken für das Militär und dabei Militärgegenstände auch greifbar machen.
  • Wir möchten besonders jungen Menschen die Vergangenheit transparent und nachvollziehbar vorstellen.
  • Wir wollen in unseren Räumlichkeiten einen Ort der Begegnung für interessierte Gruppen schaffen.

B. Unsere Werte

Wertschätzung und Respekt

Wir respektieren jeden Besucher und freuen uns über den achtsamen Umgang in einer Atmosphäre von gegenseitiger Wertschätzung gegenüber uns und unseren gesammelten Objekten.

Kommunikation

Wir freuen uns über einen offenen und wissensdurstigen Austausch mit Ihnen. Wir werden neutral und unabhängig auf Ihre Fragen antworten.

Offenheit

Wir möchten gerne unser Wissen offen weitergeben und somit einen gesellschaftlichen Beitrag zur Wissensweitergabe leisten.

Wachsamkeit

Wir wollen weiter aktiv und wachsam sein, um Ihre Fragen, Ideen und Wünsche aufzunehmen, damit unsere Ideen auch weiter wachsen können.

C. Unsere Identität und Auftrag

Zu unserem Museumsauftrag zählen wir:

  • das weitere Sammeln von Objekten die Charakter von Kulturgütern haben
  • das Aktive erhalten und Erforschen von weiteren geschichtlichen Informationen
  • das Präsentieren von Objekten in gut zugänglicher Art, wie z.B. mit Explosionszeichnungen oder Schnittmodellen
  • das Aktive weitergeben und Vermitteln von Wissen
  • die angemessene Publizität in Anlehnung an die Herkunft der Objekte

Zu unserer Identität gehört:

  • Wir identifizieren uns mit unserem Sammlungsgut hin zu einer „Erlebbaren motorisierten Geschichte" sowie einem aktiven Wissenstransfer auch an den Bedürfnissen der Besucher/innen.

D. Unsere Vision und Mission für unser Museum

Unsere Vision

„Die motorisierte Geschichte weiterrollen lassen".

Unsere Mission

Wir wollen heute und in Zukunft der ganzen Bevölkerung und Interessengruppen die Entwicklungsgeschichte der Motorisierung und Mechanisierung weitervermitteln. Dabei wollen wir einen nachfühlbaren Eindruck vermitteln, dass das Wissen der Vergangenheit weiter lebt. Das Museum wird dabei ein lebendiger Treffpunkt aller Interessierten sein.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Nachhaltigkeit unseres Museums. Hier streben wir an, dass ein Fortbestand des Museums auch über Generationen hinaus über jedes einzelne Familienmitglied gewährleistet wird.

E. Unsere Fähigkeiten und Kompetenzen

Wir haben uns durch die jahrelange Beschäftigung mit dem Sammlungsgut (Studieren von Details wie Fachliteratur, Dokumente und Betriebsanleitungen), ein umfangreiches Wissen und eine hohe Fachkompetenz zu jedem einzelnen Sammelobjekt angeeignet.

Wir richten unser Augenmerk auf Gespräche mit Zeitzeugen. Dadurch wollen wir gezielt Erinnerungen des Kulturgutes des letzten Jahrhunderts für die Nachwelt erhalten.

Wir wollen unser Wissen und die gewonnenen Ergebnisse aus unserer Nachforschungsarbeit in die Auseinandersetzung mit historischen Fragen einfliessen lassen. In dieser Form wollen wir einerseits zum Wissensaustausch beitragen und gleichzeitig auch zusätzliches Wissen festhalten.

Wir unterstützen auch gerne besonders interessierte Besucher für eigene Nachforschungen dank dem Zugang unseres Wissens über unsere Sammlungsobjekte.

F. Unsere Ressourcen

Für die Erfüllung unseres Auftrags haben wir die folgenden Mittel zur Verfügung:

  • Gebäude und Infrastruktur
    Die grosse Ausstellungshalle (1'400m²) im Tisenwaldsberg (Gemeinde Bäretswil) mit laufend ergänzten und auch wechselnden Ausstellungen.
  • Finanzielle Unabhängigkeit
    Die Ausstellungshalle wie auch alle Sammelobjekte befinden sich im Eigentum der Familie Junod. Es bestehen keine finanziellen Verpflichtungen.
  • Nachhaltigkeit
    Der Erhalt und die nachhaltige Führung des Museums sind gewährleistet durch aktuell sechs Familienmitglieder. Objekte die sich im Besitz eines Familienmitgliedes befinden, können nur an eines der anderen Familienmitglieder weitergegeben werden.
  • Organisation und Personal
    Das Personal wird durch die Familie Junod selbst gestellt. Alle Mitarbeiter werden geschult und verfügen über das notwendige Fachwissen zum Sammlungsgut.
  • Objekte und Sammlungen
    Die Sammlung umfasst Objekte wie: Fahrzeuge der Automobilindustrie, Motorräder, Fahrräder, Kutschen, Traktoren, Landwirtschaftliche Geräte, Fluggeräte, Panzer, Militärfahrzeuge und viele weitere Accessoires der vergangenen 100 Jahre. Ein Archiv mit Schrift- und Bilddokumentationen der Ausstellungsgegenstände.
  • Finanzierung
    Die notwendigen finanziellen Mittel für den Betrieb des Museums werden aus privaten Mitteln der Familie Junod oder durch Eintrittsgelder bestritten.

G. Unser Angebot und Leistungen

Bei unserem Angebotsspektrum und unseren Leistungen setzen wir folgende Schwerpunkte:

  • Ausstellen von Objekten und Vermitteln von Wissen
    die Geschichte der Fahrzeugentwicklung des 19. und 20. Jahrhundertsdie Pflege von Kulturgut mit landwirtschaftlichem Hintergrund, wie z.B. Traktoren ab Jahrgang 1917die Pflege von Kulturgut mit militärischem Bezug, wie z.B. Fluggeräte, Kettenfahrzeuge oder Motorfahrzeuge
  • Sammeln von Wissen und Bewahren von Schriften
    Aufbewahren von: Patentschriften, Bildern/Fotos, Schnittmodelle, Schnittzeichnungen, Zeichnungen, Betriebs- und technische Anleitungen, Prospekten oder Biographien von Fahrzeugherstellern
  • Service
    Wissensweitergabe und Unterstützung bei NachforschungenFür besondere Themenausstellungen oder Ausstellungen von Dritten stellen wir unsere Objekte auch gerne als Ausstellungsmodell zur Verfügung.
  • Exkursionen
    Organisation von Exkursionen zu artverwandten Museen oder Institutionen
  • Weiterbildungen
    Organisation von Weiterbildungen interessierter Personen oder Interessensgruppen

Die thematischen Schwerpunkte unseres Sammelgutes liegen daher auf den nachfolgenden Objekten:

ziviler Bereich:

  • Fahrräder ab 1883
  • Fahrräder mit Hilfsmotoren
  • Motorräder ab 1921
  • Automobile ab 1886
  • Lastwagen ab 1918
  • Traktoren ab 1917
  • Landw. Geräte
  • Kutschen ab 1900
  • viele Accessoires der vergangenen 100 Jahre

militärischer Bereich:

  • Fahrräder
  • Motorräder
  • Pneufahrzeuge (Jeep, Haflinger, Pinzgauer, Unimoc, CC)
  • Traktoren
  • Lastwagen
  • Kettenfahrzeuge (Panzer)
  • Fluggeräte: Mirage III C, Helikopter
  • Flugzeugschlepper
  • viele Accessoires der vergangenen 100 Jahre

H. Unser Zielpublikum und Besucher

Wir wollen gerne alle Bevölkerungs- und Interessensgruppen, Vereine oder Motorfahrzeugclubs in unserem Fahrzeug-Museum willkommen heissen.

Im Zuge des Wissensaustausches und der Wissensweitergabe entwickeln wir darüber hinaus gerne spezielle Begleitprogramme in Zusammenarbeit mit verwandten Institutionen um dadurch gezielte Angebote für: Polizei, Militär, Strassenverkehrsämter, Vereine oder Motorfahrzeugclubs, Versicherungen, Schulen, Studiengruppen sowie Fachinteressierte, anbieten zu können.

I. Unsere Definition für unser Fahrzeug-Museum

Unser Museum verstehen wir als Bildungs- und Begegnungsort, welches sich auch je nach Ausstellungs- und Publikationsthema einem spezifischen Zielpublikum zuwenden möchte.

Wir setzen sowohl bewährte als auch innovative Formen der Kulturvermittlung ein; unter anderem wollen wir Treffpunkt für Wissensaustausch und Wissenstransfer sein.

J. Unsere Richtlinien

Wir orientieren uns an den Richtlinien des ICOM Kodex des „International Council of Museums". Diese ethischen Richtlinien für Museen sind ebenfalls Basis für unsere Museumsführung und werden von uns bestmöglich eingehalten.

K. Schlusspräambel

Unsere Aufgaben nehmen wir im konstruktiven Zusammenwirken mit den Familienmitgliedern und weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern wahr.

Dieses Leitbild gilt auch gleichzeitig als Statuten für unsere Familie und unser Museum.

Das Einverständnis mit diesen Statuten zeichnet jedes Familienmitglied.

 

Bäretswil ZH, 30. Juni 2011